Abmahnung reicht bei „Kollegenschwein“ als Sanktion aus

ParagraphIm Kündigungsrecht gilt das Prognoseprinzip. Daher ist eine verhaltensbedingte Kündigung gerechtfertigt, wenn eine störungsfreie Vertragserfüllung in Zukunft nicht mehr zu erwarten ist und künftigen Pflichtverstößen nur durch die Beendigung der Vertragsbeziehung begegnet werden kann. Wird ein Arbeitskollege durch die Bezeichnung „Kollegenschwein“ grob beleidigt, liegt hierin ein erheblicher Verstoß gegen die vertragliche Rücksichtnahmepflicht und die Ehrverletzung muss auch nicht sanktionslos hingenommen werden. Allerdings reicht in diesem Fall eine Abmahnung aus Gründen der Verhältnismäßigkeit aus. Denn bei der Beleidigung handelt es sich um ein steuerbares Verhalten, sodass grundsätzlich davon auszugehen ist, dass das zukünftige Verhalten durch die Androhung von Folgen für den Bestand des Arbeitsverhältnisses positiv beeinflusst werden kann.

Urteil des LAG Köln vom 07.05.2014, Az.: 11 Sa 905/13