Arbeitgeber muss nur den gesetzlichen Mindesturlaub ermöglichen

Ein Arbeitnehmer, der in einem Kalenderjahr 16 von den arbeitsvertraglich vereinbarten 24 Urlaubstagen beansprucht hat, hat nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch einen Anspruch gegen den Arbeitgeber auf Urlaubsabgeltung in Höhe von 4 Urlaubstagen. Der Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, den gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen von sich aus zu erfüllen, ohne auf einen fehlenden Urlaubsantrag seitens des Arbeitnehmers verweisen zu können. Hat der Arbeitnehmer keinen Urlaubsantrag gestellt, so hat der Arbeitgeber den Urlaub unter Einbeziehung etwaiger Wünsche des Arbeitnehmers verbindlich festzulegen.
Quelle: LAG Berlin-Brandenburg, 07.05.2015, 10 Sa 86/15

Für Arbeitnehmer empfiehlt es sich daher den vertraglich vereinbarten Urlaub rechtzeitig und insgesamt zu beantragen und auch in Anspruch zu nehmen.
Dem Arbeitgeber ist es dementgegen empfohlen, den Arbeitnehmer rechtzeitig nach seinen Urlaubswünschen zu fragen und diese andernfalls unter Berücksichtigung der Wünsche des Arbeitnehmers selbst festzulegen. Allein auf diese Weise wahrt der Arbeitgeber seine vertraglichen Pflichten.
Der Arbeitgeber kann sich nicht darauf verlassen, dass der Arbeitnehmer seine Urlaubsansprüche auch in Anspruch nimmt und muss daher dafür Sorge tragen, dass zumindest der gesetzliche Mindesturlaub gewährt wird.