Ehemaliger Pfarrer als Unterhaltsschuldner muss sich fiktives Einkommen zurechnen lassen

PastorGegenüber den Unterhaltsansprüchen minderjähriger Kinder kann der Unterhaltsschuldner sich nicht darauf berufen, dass er als ehemaliger evangelischer Pfarrer nur über Ruhestandsbezüge verfügt und nicht mehr voll arbeiten kann. Er muss sich vielmehr fiktives Einkommen zurechnen lassen, es sei denn, es ist ihm nicht möglich, durch den Einsatz seiner Arbeitskraft und unter Ausnutzung seiner durch Bildung, Ausbildung und Erfahrung bestimmten Möglichkeit ein höheres Einkommen zu erzielen. Wer arbeitslos ist oder in Teilzeit arbeitet oder einer am Maßstab der eigenen Möglichkeiten schlecht bezahlte Tätigkeit ausübt, hat sich um Arbeit oder besser bezahlte Arbeit zu bemühen, indem er nach freien Arbeitsstellen sucht. Diese Obliegenheit trifft auch den Unterhaltspflichtigen, dessen Möglichkeiten es erlauben, einen höheren als den Mindestunterhalt zu leisten. Die Vorstellungen und Wünsche des Unterhaltspflichtigen über die Gestaltung seines (Berufs-)Lebens haben hinter dem Erfüllen der gesteigerten Unterhaltspflicht zurückzustehen. OLG Brandenburg, 10.12.2014, 13 UF 25/12