Fristlose Kündigung wegen Gefährdung des Heilungserfolgs – Schwere Arbeiten während Arbeitsunfähigkeit

Im Einzelfall ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer während seiner krankheitsbedingten Abwesenheit körperlich anstrengende Renovierungsarbeiten am Haus seiner Tochter durchführt und den Heilungserfolg dadurch gefährdet.

Wenn sich sein – nach dem Vorbringen des Klägers – anfangs recht dramatischer Gesundheitszustand wesentlich gebessert haben sollte, wie der Kläger behauptet, war er jedenfalls verpflichtet, seine Arbeit bei der Beklagten wieder aufzunehmen, anstatt auf der Baustelle seiner Tochter Renovierungsarbeiten durchzuführen. Jedenfalls war der Kläger verpflichtet, den Heilungserfolg nicht dadurch zu gefährden, dass er sich mit Bauarbeiten körperlich belastet. Der arbeitsunfähig krankgeschriebene Arbeitnehmer ist zu einem seine Heilung fördernden Verhalten verpflichtet, dh. er hat sich so zu verhalten, dass er möglichst bald wieder gesund wird. Die körperlichen Arbeiten beim Innenausbau sind ihrer Natur nach geeignet, die Wiedergenesung zu verzögern.

Landesarbeitsgericht Rheinland – Pfalz Urteil vom 11.07.2013, Az. 10 Sa 100/13