Scheidung mittels Videokonferenz?

ParagraphNach der ZPO kann das Gericht den Parteien, ihren Bevollmächtigten und Beiständen auf Antrag oder von Amts wegen gestatten, sich während einer mündlichen Verhandlung an einem anderen Ort aufzuhalten und dort Verfahrenshandlungen vorzunehmen. Die Verhandlung wird zeitgleich in Bild und Ton an diesen Ort und in das Sitzungszimmer übertragen. Diese Regelung eröffnet die Möglichkeiten, Anhörungen auch im Scheidungsverfahren mittels Videokonferenz vorzunehmen. Diese eignet sich nicht zuletzt zur Vermeidung von Vorführungen aus einer Justizvollzugsanstalt. Es ist zudem von Vorteil, dass die Parteien/Beteiligten, anders als bei einem ersuchten Richter, gleichzeitig und miteinander vor dem entscheidenden Richter sprechen können. Die Anhörung mittels Videokonferenz entspricht den Anforderungen einer „persönlichen Anhörung“ in dem betreffenden Fall. Entscheidend ist, dass sich durch die Anhörung der Sachverhalt aufklärt, die persönliche Sichtweise der Ehegatten geäußert werden kann und das Gericht einen persönlichen Eindruck von den Ehegatten bekommt; letzteres vor allem auch bzgl. der Verhandlungsfähigkeit.

Beschluss des AG Darmstadt vom 12.08.2014, Az.: 50 F 1990/13